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Interview mit Dr. Augusto Covaro in La Vanguardia

Augusto Covaro, Wirbelsäulenchirurg: „Die große Revolution ist, Schmerzen mit möglichst schonenden Eingriffen zu lindern“

13. September 2026

Dr. Augusto Covaro setzt auf regenerative Therapien, endoskopische Chirurgie und Bandscheibenprothesen der dritten Generation, um die Beweglichkeit der Patientinnen und Patienten zu erhalten.


Die Wirbelsäulenchirurgie hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Früher waren die Eingriffe oft umfangreicher, die Genesungszeiten lang und die Einschränkungen für die Betroffenen erheblich. Heute stehen zunehmend präzisere, schonendere Behandlungen im Mittelpunkt, die nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch Funktion und Lebensqualität erhalten sollen. Seit mehr als 15 Jahren arbeitet Dr. Augusto Covaro an diesem Wandel. Als Wirbelsäulenchirurg setzt er sich dafür ein, moderne Verfahren in die Behandlung von Erkrankungen der Wirbelsäule einzubringen.


„Das Ziel ist, den Patientinnen und Patienten ihre Funktion zurückzugeben und sie von Schmerzen zu befreien.“

Augusto Covaro
Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie


Die große Herausforderung und zugleich der entscheidende Fortschritt in der Wirbelsäulenchirurgie besteht darin, Eingriffe so schonend wie möglich zu gestalten. Ziel ist es, die Funktion wiederherzustellen und Schmerzen oder Einschränkungen zu beseitigen, erklärt Dr. Augusto Covaro. Dahinter steht ein medizinisches Verständnis, das auf Technologie, wissenschaftlicher Evidenz und kontinuierlicher Weiterbildung beruht. Es geht nicht allein darum, besser zu operieren, sondern Lösungen anzubieten, die den Eingriff möglichst wenig belasten und die Erholung beschleunigen.

Seine Arbeit konzentriert sich derzeit auf drei Schwerpunkte. Der erste ist die endoskopische Wirbelsäulenchirurgie. Mit einer kleinen Kamera und weniger als einem Zentimeter dünnen Kanülen lassen sich zahlreiche Erkrankungen behandeln. Dr. Covaro erinnert daran, dass die verfügbaren Instrumente zu Beginn deutlich begrenzter waren. Heute stehen hochauflösende Kameras und immer feinere Systeme zur Verfügung; die Kanülen sind inzwischen nur noch 6,9 Millimeter dünn. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das einen deutlich schonenderen Eingriff mit einem sehr kleinen Hautschnitt und häufig einer Entlassung noch am selben Tag. „Wir operieren die Wirbelsäule mit einer kleinen Kamera und können die meisten Erkrankungen mit minimaler Belastung behandeln“, sagt er.


„Heute stehen uns Therapien zur Verfügung, die es vor 10, 15 oder 20 Jahren noch nicht gab.“

Augusto Covaro
Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie


Der zweite Schwerpunkt ist der Erhalt der Beweglichkeit, auch als nicht versteifende Wirbelsäulenchirurgie bezeichnet. Anders als bei der klassischen Versteifung (Spondylodese), bei der Wirbel dauerhaft fixiert werden, kommen hier Bandscheibenprothesen der dritten Generation zum Einsatz. Der wichtige Unterschied: Die Bewegung wird nicht blockiert. Stattdessen ersetzt eine bewegliche Prothese die geschädigte Bandscheibe und soll Funktion wiederherstellen und Schmerzen lindern. „Wir versteifen die Wirbelsäule nicht. Wir setzen eine bewegliche Prothese ein, die die Beweglichkeit erhält und Sport ohne Einschränkungen wieder ermöglichen kann“, erklärt er.

Der dritte Schwerpunkt sind regenerative und zelluläre Therapien. Dazu zählen unter anderem plättchenreiches Plasma (PRP), mesenchymale Zellen und Exosomen. Diese Behandlungen sollen die natürlichen Reparaturprozesse des Körpers unterstützen. Dr. Covaro ordnet sie einer wissenschaftlichen Entwicklung zu, die noch vor zwei Jahrzehnten kaum vorstellbar war. „Heute stehen uns Therapien zur Verfügung, die es vor 10, 15 oder 20 Jahren noch nicht gab. Es gibt sicher noch viel zu entdecken, doch schon die heutigen Möglichkeiten sind wissenschaftlich und technologisch eine Revolution“, sagt er.

Diese Spezialisierung entsteht nicht über Nacht. Dr. Augusto Covaro betont, dass man zunächst die klassische Chirurgie, die Anatomie und die Erkrankungen der Wirbelsäule gründlich verstehen und den gesamten anspruchsvollen medizinischen Ausbildungsweg durchlaufen muss. Erst danach folgt die weitere Spezialisierung. „Der Weg ist sehr lang. Ich widme mein ganzes Berufsleben diesem Gebiet. Heute kann ich sagen, dass wir andere Fachkräfte ausbilden und mit der internationalen Spitze unseres Fachs in engem Austausch stehen“, sagt er. Als Ausbilder gibt er seine Erfahrung an Chirurginnen und Chirurgen weiter, die diese Verfahren neu einsetzen oder ihre Kenntnisse vertiefen möchten.


Von der klassischen Chirurgie zur hochspezialisierten Wirbelsäulenchirurgie


Auch die technologische Entwicklung hat die Wirbelsäulenchirurgie entscheidend geprägt. Hochauflösende 4K-Kameras, feinere Instrumente und moderne Prothesen haben die operative Praxis verändert. Dr. Augusto Covaro hat diesen Wandel selbst miterlebt: Er begann mit deutlich älteren Instrumenten und arbeitet heute mit Geräten der neuesten Generation. Diese Entwicklung beruht sowohl auf medizinischem Wissen als auch auf dem Fortschritt der Medizintechnik und ermöglicht eine wesentlich präzisere Wirbelsäulenchirurgie.

Mit Blick auf die Zukunft versteht Dr. Augusto Covaro seine Arbeit nicht als ein Projekt mit festem Endpunkt, sondern als fortlaufenden Entwicklungsprozess. Er möchte weiterhin von Patientinnen und Patienten, anderen Fachleuten und internationalen Arbeitsgruppen lernen, mit denen er Fälle, Einschätzungen und neue Verfahren austauscht. „Die Ziele sind unbegrenzt. Wir müssen uns stetig weiterentwickeln, reisen, lernen und neue Wege suchen, damit Behandlungen schneller, wirksamer und schonender werden“, sagt er abschließend. Dieser Anspruch prägt eine Herangehensweise, die die Wirbelsäule nicht nur als zu behandelnde Struktur, sondern als wichtigen Teil eines aktiven Lebens betrachtet.


Augusto Covaro
Facharzt für Wirbelsäulenchirurgie

Weitere Informationen: doctoraugustocovaro.com