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Endoskopische Behandlung eines Bandscheibenvorfalls

Endoskopische Behandlung des lumbalen Bandscheibenvorfalls

Ein Bandscheibenvorfall entsteht häufig im Laufe der Zeit durch den Verschleiß (Degeneration) der Bandscheibe. Dadurch können Elastizität, Flexibilität und Stoßdämpfungsfunktion nachlassen. Die feste äußere Faserschicht der Bandscheibe kann geschwächt werden und einreißen; der gelartige Kern im Inneren kann dann durch den Riss nach außen treten. Berührt oder reizt Bandscheibengewebe eine Nervenwurzel, kann es Schmerzen verursachen (Ischias). Eine Nervenwurzel funktioniert ähnlich wie ein elektrisches Kabel: Sie übermittelt Bewegungsimpulse an die Muskulatur und sensorische Informationen wie Schmerz, Temperatur, leichte Berührung, Druckempfinden und die Stellung der Beine an das Gehirn. Schmerzen durch eine lumbale Nervenwurzelreizung strahlen oft bis unterhalb des Knies aus und betreffen den Bereich des Beins, der vom betroffenen Spinalnerv versorgt wird. Begleitend können Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder Taubheitsgefühle sowie eine Schwäche der versorgten Beinmuskulatur auftreten.

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls wird üblicherweise durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) gesichert.

Bandscheibenvorfall mit Druck auf die Nervenwurzel

Die Diagnose eines Bandscheibenvorfalls wird üblicherweise durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) gestellt.

Videos zur endoskopischen Behandlung des lumbalen Bandscheibenvorfalls

Die endoskopische Bandscheibenoperation zählt zu den besonders effektiven Eingriffen an der Wirbelsäule. Ausstrahlende Nervenschmerzen (Ischias) bessern sich häufig rasch. Der Eingriff kann als offene Operation, minimalinvasiv mit Mikroskop oder endoskopisch (uni- oder biportal) erfolgen. Welche Technik geeignet ist, hängt von Art und Lage des Befunds ab.

Was kann ich nach einer endoskopischen Bandscheibenoperation erwarten?

In den ersten Tagen nach der Operation sind gewisse Beschwerden oder Rücken- und Beinschmerzen normal. Das ärztliche und pflegerische Team unterstützt Sie dabei, diese mit geeigneten Medikamenten zu lindern. Der ausstrahlende Beinschmerz bessert sich häufig deutlich; ein gewisses Restempfinden kann jedoch noch bestehen und sich innerhalb weniger Tage von selbst zurückbilden. Nach der Operation zeigt Ihnen die Physiotherapie Übungen und unterstützt Sie beim Aufstehen aus dem Bett. Sie lernen, sich sicher zu bewegen. Sobald Sie sich sicher fühlen und selbstständig gehen können, üben Sie auch das Treppensteigen. Wenn Ihr Zustand stabil ist, können Sie nach Hause zurückkehren – manchmal noch am selben Tag, meist jedoch am Tag nach der Operation.

Wundversorgung und Nachsorge

Die Wunde ist 1–2 cm lang und wird mit einer einzelnen Prolene-Naht der Stärke 3-0 verschlossen.

Die Wunde heilt in der Regel innerhalb von 10–14 Tagen. Für die Entfernung der Naht und eine ärztliche Kontrolle vereinbaren wir mit Ihnen einen Termin.

Sie dürfen 48 Stunden nach dem Eingriff vorsichtig duschen. Achten Sie darauf, dass der Verband möglichst trocken bleibt. Die meisten Verbände sind wasserabweisend; dringt dennoch Wasser darunter, sollte der Verband gewechselt werden, damit die Wunde trocken bleibt. Ein einfacher, trockener Verband aus der Apotheke genügt. Auf Vollbäder sollten Sie zwei Wochen lang verzichten.

Autofahren nach der Operation

In der Regel sollten Sie je nach Art des Eingriffs 2 bis 4 Wochen nicht selbst Auto fahren. Wenn Sie keine Gefühlsstörungen oder Kraftminderung in den Beinen haben und sich sicher fühlen, können Sie nach ärztlicher Rücksprache wieder fahren. Sie sollten dabei jederzeit zu einer sicheren Notbremsung in der Lage sein.

Vermeiden Sie anfangs längere Fahrten. Fahren Sie zunächst höchstens etwa 20 Minuten am Stück und legen Sie Pausen ein, in denen Sie sich die Beine vertreten. Steigern Sie die Zeit, die Sie bequem sitzen können, schrittweise über 4 bis 6 Wochen.

Freizeitaktivitäten und Sport

Bleiben Sie nach der Operation in Bewegung. Wenn Sie länger als etwa 20 Minuten sitzen, kann sich der Rücken steif anfühlen. Stehen Sie deshalb regelmäßig auf und gehen Sie einige Schritte. Spaziergänge im Freien sind erlaubt; steigern Sie die Gehstrecke nach und nach.

Der Faserring der Bandscheibe wird während des Eingriffs nicht repariert und heilt individuell. Vermeiden Sie deshalb in den ersten 2 bis 3 Wochen schweres Heben. Kehren Sie anschließend schrittweise zum Sport zurück. Belastende Sportarten und Bewegungen mit starkem Vorbeugen des Rumpfes sollten Sie im ersten Monat vorsichtshalber meiden. Auch wenn sich viele Patientinnen und Patienten schon nach etwa 15 Tagen beschwerdearm fühlen, stimmen Sie die Wiederaufnahme sportlicher Aktivitäten bitte mit Ihrem Behandlungsteam ab.

Rückkehr in den Beruf

Wann Sie wieder arbeiten können, hängt von Ihrer Genesung und der Art Ihrer Tätigkeit ab. Viele Patientinnen und Patienten sind in den ersten zwei Wochen arbeitsunfähig. Bei körperlich anstrengender Arbeit kann eine Auszeit von bis zu sechs Wochen erforderlich sein.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber darüber, ob Sie zunächst leichtere Aufgaben übernehmen oder mit reduzierter Arbeitszeit zurückkehren können. Bürotätigkeiten sind meist möglich, sofern Sie sich regelmäßig bewegen können und sich dabei wohlfühlen.